Mit Indikator-Tinte kennzeichnen
In der industriellen Produktion bieten Indikator-Tinten eine innovative Lösung, um bestimmte Vorgänge durch Zustands- und Farbveränderungen der Tinte sichtbar zu machen. Die speziellen Tinten verändern bei Hitze, Feuchtigkeit oder Druck das Aussehen, was eine schnelle und zuverlässige visuelle Kontrolle ermöglicht. Erfahren Sie in diesem Beitrag, wie diese Tinten die Prozesssicherheit sowie die Qualitätssicherung in der Medizintechnik und Lebensmittelindustrie optimieren und welche Vorteile sie für Kennzeichnungsprozesse bieten.
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Das Chamäleon unter den Tinten
Vor Kurzem berichtete die ARD in der Sendung Weltspiegel über eine innovative Windel aus der Türkei. Sie zeigt an, ob ein Baby oder Kleinkind eine bakterielle Infektion hat. Denn ist das der Fall, färbt sich die Windel pink. Dadurch können bakterielle Infektionen frühzeitig erkannt und meist ohne Antibiotika behandelt werden.
Die Idee ist neu, das Prinzip jedoch alt. Denn es ist dasselbe wie bei Indikator-Tinten zum Kennzeichnen. Die Einsatzgebiete für diese sind vielfältig, insbesondere im Bereich der Kennzeichnung von Verpackungen und Produkten. Und das branchenübergreifend. Mit Indikator-Tinte kennzeichnen zum Beispiel Unternehmen, die bestimmte Prozesse überwachen wollen. Aber es gibt noch weitere interessante Ansätze für Indikator-Tinten in der Industrie.
Was ist Indikator-Tinte?
Das Chamäleon reagiert auf seine Umwelt, indem es zum Beispiel bei einem Wetter- und Temperaturwechsel oder bei Gefahr die Farbe wechselt. Ähnlich ist es bei Indikator-Tinten. Auch sie reagieren, und zwar zum Beispiel bei Kontakt mit bestimmten Stoffen, bei bestimmten Temperaturen oder unter Einwirkung von UV-Licht. Dann wechseln diese Tinten zum Beispiel ihre Farbe oder härten aus. Dies geschieht durch einen chemischen Prozess. Die Indikatoren in der Tinte sind Stoffe, die zum Beispiel bei einer Änderung des pH-Werts die Farbe ändern. Das Ergebnis – der Farbumschlag oder die Aushärtung der Tinte – ist dauerhaft und kann nicht mehr rückgängig gemacht werden.
Welche Indikator-Tinten für industrielle Kennzeichnungen gibt es?
Es gibt verschiedene Indikator-Tinten. Sie können entweder auf Wasserbasis, Lösemittelbasis oder UV-härtend sein. Im Folgenden stellen wir drei typische Indikator-Tinten im Bereich der Kennzeichnung vor.
Thermochrome Tinte
Die Bezeichnung „Thermochrome Tinte“ gibt uns bereits einen ersten Hinweis, was die Tinte auszeichnet. In dem Begriff „Thermochrom“ stecken die griechischen Wörter „thermos“ (Temperatur) und „chroma“ (Farbe“). Mit sich ändernder Temperatur verändert sich bei thermochromer Tinte auch das Säure-Base-Gleichgewicht der Farbstoffe und somit die Farbe.
Typische Einsatzgebiete für thermochrome Tinte sind die Nahrungsmittelindustrie und der medizintechnische Sektor.
Thermochrome Tinten können sichtbar machen, ob ein Produkt erfolgreich sterilisiert wurde. Bei feuchter Wärme, wie sie zum Beispiel bei Destillierverfahren in der Nahrungsmittelindustrie entsteht, ändern sie dann ihre Farbe. Diese Eigenschaft kann ebenfalls im medizintechnischen Bereich genutzt werden, um zu überprüfen, ob bestimmte Produkte beispielsweise Dampfautoklaven durchlaufen haben. Denkbar ist auch der Einsatz von thermochromen Tinten im Zusammenhang mit der Überwachung einer Kühlkette bei Lebensmitteln oder Medikamenten.
Bluhm Systeme bietet mit den Thermochromtinten 1281 und 1291 für Linx Continuous Inkjet-Drucker zwei Tinten, die bei feuchter Wärme ihre Farbe von lila zu rosa bzw. schwarz zu blau wechseln. Die Tinten haften auf vielen Materialien, unter anderem auch auf Metall und Kunststoff. Nach dem Farbwechsel sind die Tinten besonders beständig gegenüber Chemikalien.
UV-härtende Tinte
UV-härtende Tinten härten – wie der Name bereits verrät – unter Einwirkung von UV-Licht aus. Im Kennzeichnungsbereich geschieht dies mit Hilfe eines UV-Strahlers, der die Tinte schnell trocknet.
UV-härtende Tinten kommen in der Kennzeichnung meistens zum Beschriften nicht-saugfähiger Oberflächen zum Einsatz. Für unsere Markoprint-Tintenstrahldrucker gibt es beispielsweise die UV-härtende HP-Tinte UVBLK1. Sie ermöglicht Anwendungen, bei denen solvent- oder wasserbasierte Tinten im Hinblick auf Abriebfestigkeit an ihre Grenzen stoßen. Denn die Tinte haftet auf jedem Material, auch auf nicht-saugfähigen Untergründen. Bei wechselnden Untergründen ist somit kein Tintenwechsel notwendig.
Außerdem können ihr Alkohol, Solvent oder Spülmittel nichts anhaben. Egal ob vor dem Druck Rückstände dieser Substanzen auf der Oberfläche sind oder im Nachgang der Druck damit in Kontakt kommt – die Drucke mit der Tinte sind stets wischfest.
Nässeindikator-Tinte
Nässeindikator-Tinte oder Feuchtigkeitsindikator-Tinte reagiert, sobald sie in Kontakt mit Flüssigkeiten kommt. Je nach Inhaltsstoffen und Zusammensetzung kann sie entweder unsichtbar werden, die Farbe ändern oder verwischen.
Nässeindikator-Tinte findet im Hygiene- und Kosmetikartikelbereich Verwendung. Bei Windeln kann eine Nässeindikator-Tinte durch farbverändernde Codes oder Striche anzeigen, ob die Windel gewechselt werden muss. Es gibt aber auch Nässeindikator-Tinten, die sich bei Kontakt mit Flüssigkeiten nicht verfärben, sondern unsichtbar werden. Mit ihnen lassen sich beispielsweise Chargenbehälter kennzeichnen für die interne Identifikation und Rückverfolgung in Produktionen. Bevor diese den Betrieb verlassen, kann die Kennzeichnung mit Hilfe von Wasser wieder entfernt werden.
Die Nässeindikator Tinte 2040 von Bluhm Systeme für Linx CIJ-Drucker wechselt in Verbindung mit Wasser oder Urin die Farbe von blau zu rosa. Gelegentlicher Hautkontakt ist bei dieser Tinte dank einer speziellen hypoallergenen Formulierung bedenkenlos.
Einsatzgebiete im Vergleich
Die Einsatzgebiete für Indikator-Tinte beim Kennzeichnen sind vielfältig. Unsere Tabelle gibt Ihnen eine einfache Übersicht:
| Anwendung / Funktion | Branche | Tinte |
| Prozessüberwachung | Lebensmittel, Medizintechnik, Pharma | Thermochrome Tinte |
| Temporäre Rückverfolgung (intern) | alle Branchen | Nassindikator-Tinte |
| Ereignis-/Statusanzeige | Hygieneartikel | Nassindikator-Tinte |
| Besondere Haftung | Chemie, aber auch andere Branchen | UV-haftende Tinte |
Fazit
Indikator-Tinten ermöglichen Anwendungen, die über das einfache Aufbringen von Daten hinausgehen. Mit Indikator-Tinten lassen sich Prozesse überwachen, Waren temporär zurückverfolgen und Ereignisse schnell erkennen. Für die unterschiedlichen Anwendungsbereiche und auch Untergründe gibt es verschiedene Indikator-Tinten. Neben den Tinten gibt es außerdem noch Indikator-Etiketten. Unternehmen, die ihre Produkte mit Indikator-Tinte kennzeichnen oder mit Indikator-Etiketten etikettieren möchten, sollten sich deshalb im Vorfeld genau informieren. Bluhm System berät Sie gerne, welche Indikator-Lösung für Ihre Anwendung am besten geeignet ist. Kontaktieren Sie uns!
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